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Mittwoch, 9. September 2015

Wunderbar wandelbar

Kennt ihr das - ihr geht einkaufen, habt aber kein Sackerl dabei, weil es ja an der Kassa vorne meistens Kartons gibt. Aber eben gerade nicht heute. Ein neues Sackerl wollt ihr aber auch keines nehmen. Ich habe dieses Problem ab jetzt nicht mehr, zumindest, wenn ich mit meiner neuen genialen Tasche unterwegs bin. Die lässt sich nämlich ruck-zuck von einem sehr handlichen, kompakten Täschchen in ein Großraumwunder verwandeln.

Allein die Kompaktversion ist schon spitze, man kann den Reißverschluss außen mit großen Druckknöpfen befestigen oder aber ihn innen verstecken.



Dass die Tasche ein wenig verdreht aussieht, ist ganz richtig, der Boden ist nämlich ein Quadrat, das sozusagen auf der Spitze steht, die Öffnung der Tasche verläuft somit entlang einer der Diagonalen. Und hier sieht man auch schon den Vergrößerungstrick! Rings um den Boden verläuft ein Reißverschluss, unter dem sich noch was versteckt.


Vier Mal um die Ecke...


...und schon haben Milchpackerl, Paprika, Schuhe und Stoffe (je nachdem, was ihr halt gerne so einkauft ;-) ) Platz.


Beim Innenfutter habe ich an den Seiten weitere Druckknöpfe angebracht, so lässt es sich für die Kompaktversion schöner verkleinern und man gewinnt eine weitere Unterteilung.


Genäht habe ich übrigens aus Kunstleder, Polyester (für den Teil, den man bei Verkleinerung unter den Boden reinstecken muss, damit der Stoff in der großen Variante nicht faltig ist) und einem japanischen Traumkatzenbaumwollgewebe für's Innenfutter.


 Mit dem Ergebnis bin ich sowas von zufrieden!

Aber vielleicht kann mir die eine oder andere erfahrenere (Kunst)Ledertaschennäherin bei zwei Details weiterhelfen:

1. Ich habe zum Absteppen Knopflochgarn (oder Knopfgarn?) verwendet, da es ja dicker und strapazierfähiger ist. Ober- und Untergarn. Da hat mir die Fadenspannung aber einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht, die Unterseite des Geradstiches war nämlich nicht mehr herzeigbar, egal, in welche Richtung ich die Fadenspannung auch bewegt habe. So halbwegs zufriedenstellend wurde es erst, als ich das Knopfgarn in der Unterspule und normale Nähseide für oben verwendete bei maximaler Fadenspannung. Hm, naja, dann brauch ich ja gar kein dickeres Garn, wenn auf der einen Seite ja erst wieder nur Nähseide ist.
Habt ihr einen Tipp?

2. Bei gekauften Taschen sind die Kanten der Träger meistens irgendwie "veredelt", durch so eine Art Silikon oder Lack, keine Ahnung.
Wisst ihr, wie so was heißt und wo ich das bestellen kann?


Habt einen schönen Tag, ich geh jetzt shoppen ;-)


Schnitt: abgenommen, verändert und angepasst
Stoffe: Kunstleder, Polyester, Baumwolle
Verlinkt bei: Create in Austria, Rums

Dienstag, 10. März 2015

Zum Geburtstag...

...konnte ich meiner Mama nun endlich ihre neue Tasche übergeben - gerade noch im letzten Moment, bevor ich sie mir selbst unter den Nagel gerissen hätte. Ist es der Schnitt, der mir so gut gefällt? Oder die Stoffwahl in Kombination mit dem Leder? Oder sollte die Tasche eine ewige Erinnerung an meine beim Entstehungsprozess blank liegenden Nerven sein??? Wie auch immer, sie ist weg und die nächste scharrt bereits wieder in den Löchern.

Bei meiner zweiten Summer June habe ich Laschen am Reißverschlussanfang und -ende dazu gebastelt, so lässt sie sich bei weitem leichter öffnen und schließen.

 
 
Der Stoff war Liebe auf den ersten Blick und passt perfekt zu meiner Mutter.
 
 

 
Darum musste er natürlich auch innen vorkommen, und das letzte Fitzelchen Stoff wurde ein Münztascherl beim Zipper.
 
 

 
Grenzüberschreitende Erfahrungen konnte ich beim Anbringen der Ketten und Nähen der Träger machen. Glaubt mir, ich wusste bis dahin noch nicht, wie sehr meine Nerven strapaziert werden können, und dass, obwohl der Alltag mit drei Kindern auch nicht immer so ganz, ganz ruhig abläuft. Was ich daraus gelernt habe? Erstens, dass sich Nadel und Kombizange wunderbar vertragen und das Nähen mit der Hand stark erleichtern. Zweitens, dass sich ein so toller Nähcomputer wie meiner mit sechs bis acht Lagen Leder nicht so wunderbar vertragt und der Umstieg auf meine einfache Hobby Pfaff die Sache stark erleichterte. Und drittens, dass sich auch robuste Ledernadeln mit sechs bis acht Lagen Stoff nicht so wunderbar vertragen und ich erst stark erleichtert war, als das Ding endlich fertig war.







 Was sind denn so eure Erfahrungen bei der Verarbeitung von Leder??

Ich wünsch euch einen schönen Tag,
Nicole


Schnitt: summer june von liebedinge
Stoff: alte Lederhose und Stoffladen
Verlinkt bei: Create in Austria, creadienstag, Upcycling-Dienstag






Donnerstag, 19. Februar 2015

Der Neue

Ein neuer Taschenschnitt ist bei mir eingezogen. Summer june von liebedinge, höchstpersönlich ausgesucht von meiner lieben Mama, die nach der letzten Ledertasche (hier) "Ich auch!!!" gerufen hat und sofort ihren Kleiderschrank und den meines Papas auf den Kopf stellte auf der Suche nach ausrangiertem Lederzeugs.
 
Aber den neuen Schnitt musste ich sowieso erst testen. Also ich nun meine Schachteln auf den Kopf gestellt auf der Suche nach halbwegs zusammenpassenden Baumwollstoffen. Und naja, was soll ich sagen, der genaue Betrachter wird feststellen, dass die Tasche drei unterschiedliche Rottöne zieren.
 



 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Mit dem Ergebnis bin ich bis auch ein paar Kleinigkeiten sehr zufrieden.
Die Kleinigkeiten (mehr als Gedankenstütze für mich Nudelsieb, damit die nächste noch gefälliger wird):
- Cotton Stable ist als Vlies für Taschen ungeeignet. Für eine Probetasche gerade noch gut genug weil billig, aber sonst Hände weg bei der Taschenproduktion.
- Volumenvlies muss her, vor allem bei den vier Bögen, dann stehen die noch schöner.
- Was mir bei der Tasche selbst ein wenig abgeht, ist die Tatsache, dass sie neben dem Reißverschluss keinen Zipfl, also Lasche oder so, hat, um den RV leichter öffnen oder schließen zu können. So was werde ich das nächste Mal einbauen.
 
Abgesehen davon gefällt mir das Endprodukt sehr gut, habe es auch schon oft ausgeführt und werde weiter machen.
 
Und apropos: mittlerweile habe ich zwei alte Lederhosenschätze - einen von meiner lieben ehemaligen Nachbarin und treuen, stillen Leserin, extra aus dem Mostviertel hergeschickt (DANKE!!), und einen von mir. Mein Papa hat übrigens Herz-Rhythmus-Störungen bekommen, als ihm Mama ein vergilbtes, uraltes, längst aus der Mode gekommenes Ledersakko entwenden wollte.......
 
Herzlichst,
Nicole




Schnitt: summer june von liebedinge
Stoffe: von Ikea
Verlinkt bei: Create in Austria, RUMS

Dienstag, 27. Januar 2015

Auch so kann man Lederhosen tragen

Da kommt eine ganz liebe Freundin mit einer alten, längst zu großen Lederhose daher und bittet mich, daraus eine Tasche zu zaubern. Na gut, gerne, ist ja nicht so, dass ich nicht gerne nähe, oder? Also haben wir Mitte November, oder war es gar schon Oktober, einen alten Vorhangstoff von mir mit in unser Stoffgeschäft genommen, um eine braune, bunte Kombination zusammenzustellen. Und was soll ich sagen - die Tasche wurde tatsächlich rechtzeitig in den Weihnachtsferien fertig. Hat ja bloß mehrere Wochen gedauert...















Innen habe ich für's Handy flugs eine Seitentasche der Hose an den Futterstoff genäht, so habe ich mir den Reisverschluss gespart und praktisch ist es auch noch. Gummis für die Stifte, Schlüsselanhänger, geteilte Seitenfächer mit Klettverschluss verschließbar, so sollte alles seinen Platz finden.












Sowohl Freundin und ich sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.



















Meine mittlerweile vierte Schnabelinabag (hier und hier zwei andere, eine habe ich leider gar nie fotografiert, bevor sie verschenkt wurde) ist eindeutig meine beste geworden.

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Nun bin ich auf der Suche nach einem neuen Taschenschnittmuster. Es sollte ein wenig pfiffiger, moderner, ausgefallener sein - irgendwelche Ideen oder Tipps?
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Schnitt: Schabelinabag
Stoffe: alte Lederhose, braunes Lederimitat, BW-Stoffe



Donnerstag, 5. Dezember 2013

Drei Taschen auf einen Streich

Nach Fertigstellung der Klaviertasche gab's bei uns Protestgeschrei! IMMER bekommt Momo alle genähten Sachen, NIE Nini. Und was soll ich sagen. . . ganz so unrecht hat mein kleines Mädchen damit nicht. Das liegt vor allem daran, dass ihr Kleiderschrank einfach bummvoll ist (sie trägt Momos Dinge nach) und nur äußerst selten der Bedarf besteht, was Neues für sie machen.

Aber hallo, so ein Täschchen ist ja keine Zauberei, die Restekiste ist auch bummvoll, also gleich losgelegt.




Und da das Endprodukt viel kleiner war als Momos Tasche (Kind ist ja auch viel kleiner!), hab ich gleich eine zweite genäht, um weiteren Diskussionen zu entgehen.

Dann Protestgeschrei bei der Mama: IMMER kommen nur die Kinder zum Zug, NIE entsteht für mich was ;-). Also die bereits zugeschnittene und teilweise schon genähte Schnabelinabag gestern Abend fertiggestellt.




Wieder aus Kunstleder, dieses Mal aber mit geschlossenem RV, was mir viel, viel lieber ist, und die Öffnung ist auch bei Small noch komplett ausreichend. Die Wendeöffnung habe ich ins Futter gemacht, das sieht man nicht und außen braucht man nicht herumtüfteln.

Der orange Futterstoff WAR gebügelt, der hat das Wenden nicht so gut vertragen. Da hatte ich übrigens ein deja vu - jedes Mal, wenn ich eine Tasche o. Ä. wenden muss, werde ich ganz stark an den Vorgang der Geburt erinnert. Ich zerre und quetsche und schiebe, und genau in dem Moment, wo ich ganz sicher bin, dass nix mehr geht, schlupft's auf einmal wie von selbst durch. (Aber das nur als Nebenbeikommentar...)

Und weil zumindest eine der drei Taschen für mich ist, nehme ich wieder Mal beim RUMS teil!

Dienstag, 26. November 2013

Klaviertasche

Ich sehe nur noch Streifen... denn die tollen Notenbänder, die ich im Lieblingsstücke-Shop erstanden habe und das geniale Gurtband vom Stoffsalon, mussten sofort verarbeitet werden, denn schon lange wollte ich Momo eine Tasche für ihr Klavierbuch nähen, bloß hatte ich nix vor Augen. Nun sah ich sie aber deutlich vor mir, denn zum Glück hatte ich auch einen gestreiften Dekostoff daheim, der eigentlich für eine Schnabelina-Bag vorgesehen war. Schnell einen einfachen Schnitt zusammengestellt, und schon entstand in neuer Rekordzeit, sprich drei, naja vier, Tagen, eine Tasche für meine Klaviervirtuosin.


Auf der Vorder- und Rückseite sowie den Seitenteilen kamen zusätzlich Reflektorbänder dran, die wir gleich nach Fertigstellung mit einer Taschenlampe erprobten.


Verschließen lässt sich die Tasche mit Klettverschluss.


Das Innenleben ist für Momo besonders wichtig. Also gibt's ein kleines, verschließbares Taschentuchtäschchen, an dessen Seite sie an einen Ring allen möglichen Schnickschnack hängen kann. Momentan zieren ihn ein Herz und eine Taschenlampe.


Auf der gegenüberliegenden Seite ist eine RV-Tasche, daneben noch ein Gummiband, in dem mittlerweile ein Pferdekuli steckt.


 

Die Bänder, sowohl die darunterliegenden orangen wie auch die Webbänder, hat Momo selbständig angenäht. Das Reflektorband war dann doch ein wenig zu schmal für sie.


Und ab damit zur Klavierstunde (nein, das war schon vergangenen Donnerstag :-)) und zum creadienstag!




Donnerstag, 31. Oktober 2013

Endlich schnabelt es auch bei mir!

Was war ich enttäuscht, als ich vor ein paar Wochen beim langersehnten Sew-Along von Schnabelina nicht mitmachen konnte. Schließlich wollte ich auch so eine coole Tasche machen und mich dabei mit anderen Nähfanatikerinnen austauschen. Wollte aber nicht sein.
Und so hab ich mich vorige Woche dran gemacht ans Ausdrucken, Zuschneiden, Aufbügeln, Sortieren, Nähen, Auftrennen, und JUCHUU, jetzt hab ich auch eine, die mir gehört!


Ich hab die Version small gemacht ohne seitlichen zip-it-Streifen, denn allzu große Taschen finde ich für mich alte Herumkramerin und Chaostante einfach zu unpraktisch, und so passt sie ganz gut! Außerdem hab ich gelesen, dass Schnabelina nun auch die mini-Version online gestellt hat.

 
Bereuten tue ich, dass ich mich für den offenen Reißverschluss entschieden habe (der wird das nächste Mal definitiv durch den geschlossenen ersetzt), und dass ich die Tasche nicht umpaspelt habe, weil ich ganz ehrlich einfach zu faul dafür war.
 

Die Außentasche ist aus Kunstleder, Jeansstoff und einem skurrilen Mitbringsel - passend zu Halloween - meines Liebsten aus Hannover. Beim nächsten Modell werde ich den seitlichen Streifen ganz sicher auch aus Kunstleder machen, so bekommt die Tasche (ohne den Zip-it) mehr Stabilität.


Innen und für die Paspeln einen uralten BW-Stoff, und für die Unterteilung wieder Jeans.


Und gerade, als ich bei den vier letzten Nähten war - die den Außen- und Innenteil unter den Gurtbändern verbinden, damit nix verrutscht - fällt mein Nähfüßchen auseinander und weigert sich bis dato, sich wieder zusammenschrauben zu lassen. Hmpf. Der Lieblingsmann hat bereits den Auftrag bekommen, vom Baumarkt eine passende Schraube zu besorgen.


Danke, Rosi, für das E-Book und die detaillierte Nähanleitung, die Stoffe für die nächste Schnabelinga-Bag hängen schon zum Trocknen auf dem Balkon!
Damit verabschiede ich mich zum RUMS (Richtiger Tag? Check. Richtiger Sammelblog? Check.) und mach mich jetzt ans Buchtelbacken. Mmmhh!